Eine weiß-grüne Zapfsäule an einer Tankstelle in München für den Kraftstoffvergleich.

Benzin und Diesel am Sonntag richtig vergleichen

Wer am Sonntag tanken muss, sollte nicht nur auf den niedrigsten Literpreis schauen. Entscheidend ist, wie viel Kraftstoff das eigene Auto benötigt und ob ein Umweg zur günstigeren Tankstelle die Ersparnis wieder aufzehrt. Aktuelle Tagespreise müssen vor der Fahrt über eine verlässliche Preisquelle geprüft werden; ungeprüfte Festpreise nennt dieser Ratgeber deshalb nicht.

Der Literpreis ist nur der erste Vergleich

Benzin und Diesel werden getrennt betrachtet, weil Fahrzeuge unterschiedliche Kraftstoffsorten benötigen und sich die Preise je nach Ort, Tageszeit und Tankstellenlage unterscheiden können. Ein Preisvergleich ist daher nur sinnvoll, wenn dieselbe Kraftstoffsorte und möglichst derselbe Zeitpunkt gegenübergestellt werden.

Der ADAC informiert über Kraftstoffpreise und das Tanken in Deutschland. Für die konkrete Entscheidung am Sonntag sollten Autofahrer dort oder in einer anderen seriösen Preisübersicht den aktuellen Wert für die gewünschte Tankstelle abrufen. Das Bundeskartellamt veröffentlicht außerdem Informationen zur Marktbeobachtung und zum Wettbewerb.

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Ein einzelner günstiger Preis beweist allerdings nicht, dass eine Tankstelle dauerhaft die billigste Wahl ist. Preise können sich im Tagesverlauf verändern. Auch Autobahntankstellen, Tankstellen an stark befahrenen Straßen und Standorte in zentralen Lagen können anders kalkulieren als Stationen abseits der Hauptstrecken.

So berechnen Autofahrer die tatsächlichen Tankkosten

Für eine einfache Rechnung reichen vier Angaben:

  • Verbrauch des Fahrzeugs in Litern je 100 Kilometer
  • aktueller Preis je Liter
  • geplante Fahrstrecke bis zur Tankstelle und zurück
  • gewünschte Tankmenge oder die voraussichtliche Strecke nach dem Tanken

Die Grundformel lautet:

Kosten = Strecke ÷ 100 × Verbrauch × Literpreis

Beispiel: Ein Auto verbraucht 6,5 Liter auf 100 Kilometer. Bei einer Fahrt von 40 Kilometern zur Tankstelle und zurück entstehen 2,6 Liter zusätzlicher Verbrauch. Die Kosten dieses Umwegs entsprechen also 2,6 multipliziert mit dem aktuell geprüften Literpreis.

Wer 45 Liter tankt, berechnet die mögliche Ersparnis so:

Ersparnis = Tankmenge × Preisunterschied je Liter

Benzin und Diesel am Sonntag richtig vergleichen

Ist die Ersparnis höher als die Kosten des Umwegs, kann die weiter entfernte Tankstelle finanziell sinnvoll sein. Liegt sie darunter, spart der vermeintlich günstigere Literpreis unterm Strich nichts. Parkgebühren, Wartezeiten und zusätzliche Strecken im Stadtverkehr können die Rechnung weiter verschlechtern.

Wann sich der Umweg am Sonntag lohnt

Je größer die Tankmenge und der Preisunterschied, desto eher kann sich ein Umweg rechnen. Bei einer kleinen Nachfüllmenge fällt der mögliche Vorteil dagegen schnell gering aus. Auch Fahrzeuge mit hohem Verbrauch verursachen auf zusätzlichen Kilometern mehr Kosten als sparsame Modelle.

Für die Entscheidung hilft diese kurze Prüfung:

  • Preis beider Tankstellen zur gleichen Zeit abrufen
  • Preisunterschied mit der geplanten Tankmenge multiplizieren
  • Zusatzkilometer in Verbrauchskosten umrechnen
  • Öffnungszeiten, Verkehr und mögliche Wartezeit berücksichtigen
  • nur die tatsächlich benötigte Kraftstoffsorte vergleichen

Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen einer ohnehin geplanten Fahrt und einer Extra-Fahrt. Liegt die günstigere Tankstelle direkt auf dem Weg, zählen meist nur die tatsächlichen Abweichungskilometer. Muss der Fahrer dagegen eigens hin- und zurückfahren, gehört die gesamte Zusatzstrecke in die Rechnung.

Region und Tageszeit verändern den Vergleich

Kraftstoffpreise können sich zwischen Städten, ländlichen Regionen und stark frequentierten Verkehrsachsen unterscheiden. Deshalb lässt sich aus einem Preis an einem Ort kein verlässlicher Wert für ganz Deutschland ableiten. Für eine Fahrt über mehrere Regionen hinweg kann es sinnvoll sein, den Preis am Startpunkt, entlang der Strecke und am Ziel zu prüfen.

Auch die Tageszeit ist relevant. Wer sonntags tankt, sollte den Preis möglichst kurz vor der Abfahrt kontrollieren. Ein am Vorabend gespeicherter Wert kann bereits überholt sein. Maßgeblich ist außerdem, ob der angezeigte Preis tatsächlich für die gewählte Sorte gilt, etwa für Super E10, Super oder Diesel.

Was der Preisvergleich nicht zeigt

Ein niedriger Literpreis sagt nichts über die Qualität der persönlichen Route, die Wartezeit oder die Verfügbarkeit an der Zapfsäule aus. Ebenso wenig beweist ein einzelner Tagesvergleich eine allgemeine Preisentwicklung. Für belastbare Aussagen sollten mehrere Zeitpunkte und vergleichbare Standorte betrachtet werden.

Die sinnvollste Tankentscheidung für die eigene Fahrt

Die günstigste Tankstelle ist nicht automatisch die mit dem niedrigsten angezeigten Literpreis. Richtig verglichen wird erst, wenn Preis, Tankmenge, Verbrauch und Zusatzstrecke gemeinsam betrachtet werden. Vor der Abfahrt sollten Autofahrer deshalb den aktuellen Preis prüfen und die Rechnung mit den eigenen Fahrzeugdaten durchführen. Ändert sich der Preis oder die geplante Route, muss auch die Entscheidung neu bewertet werden.

Quelle: ADAC

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