Digitale Preisanzeige einer Tankstelle in Deutschland mit Euro- und Literangaben beim Tanken.

Spritpreise vergleichen: Was eine Tankfüllung wirklich kostet

Zehn Cent weniger pro Liter bedeuten bei 50 Litern rechnerisch fünf Euro weniger an der Zapfsäule. Ob daraus eine Ersparnis wird, hängt auch vom Weg zur Tankstelle ab. Wer für eine konkrete Fahrt günstig tanken will, sollte deshalb Kraftstoffart, Preiszeitpunkt, Füllmenge und zusätzlichen Fahrweg gemeinsam vergleichen. Die genannten Beträge sind angenommene Rechenwerte, keine aktuellen Kraftstoffpreise.

Erst den passenden Literpreis vergleichen

Der Preis für Benzin lässt sich nicht sinnvoll mit dem Preis für Diesel vergleichen, wenn das Auto nur eine der beiden Kraftstoffarten benötigt. Auch innerhalb der benötigten Kraftstoffart muss die angezeigte Sorte zum Fahrzeug passen. Erst dann ist der Preis pro Liter eine brauchbare Grundlage für die Entscheidung.

Der ADAC informiert über Kraftstoffpreise in Deutschland und bietet Preisvergleiche. Für eine Tankentscheidung zählt der Preis, der bei der ausgewählten Station für die benötigte Sorte zum Zeitpunkt des Tankens gilt. Ein früher abgelesener Preis beschreibt die damalige Situation; er garantiert keinen späteren Preis an der Zapfsäule.

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Ein bundesweiter Durchschnitt hilft außerdem nur begrenzt bei der Frage, welche Tankstelle auf der eigenen Strecke günstiger ist. Entscheidend sind erreichbare Stationen und vergleichbare Preisangaben. Vor der Abfahrt lohnt sich ein erneuter Blick auf den Preisvergleich; unmittelbar an der Station ist der ausgeschilderte Preis für den Kauf maßgeblich.

Zehn Cent Unterschied ergeben bei 50 Litern fünf Euro

Angenommen, die passende Kraftstoffsorte kostet an Station A 1,80 Euro und an Station B 1,70 Euro pro Liter. Wer genau 50 Liter tankt, zahlt rechnerisch 90 Euro beziehungsweise 85 Euro. Der Unterschied beträgt fünf Euro. Die Rechnung lautet: Preisdifferenz pro Liter mal getankte Liter.

Dieses Beispiel zeigt den Effekt der Füllmenge, aber keinen tatsächlichen Preisvorteil einer bestimmten Tankstelle. Bei 25 Litern wäre der Unterschied unter denselben Annahmen nur 2,50 Euro. Wer weniger nachfüllt, kann durch dieselbe Preisdifferenz pro Liter entsprechend weniger sparen.

Für den Vergleich zählt die Menge, die tatsächlich in den Tank kommt. Die Größe des Tanks allein reicht nicht: Ein 50-Liter-Tank wird bei einem normalen Tankstopp meist nicht um volle 50 Liter gefüllt. Wer die geplante Füllmenge nur schätzt, sollte das Ergebnis deshalb ebenfalls als Schätzung behandeln.

Spritpreise vergleichen: Was eine Tankfüllung wirklich kostet

Der Umweg gehört in die Rechnung

Nehmen wir an, Station B erfordert gegenüber Station A insgesamt acht zusätzliche Kilometer. Verbraucht das Auto auf diesem Weg angenommene sieben Liter je 100 Kilometer, benötigt es für den Umweg rechnerisch 0,56 Liter. Bei einem ebenfalls angenommenen Preis von 1,70 Euro pro Liter sind das rund 95 Cent Kraftstoffkosten. Von den fünf Euro Preisvorteil an der Zapfsäule bleiben damit rechnerisch etwa 4,05 Euro.

Auch dieser Betrag ist keine sichere Gesamtersparnis. Fahrweise und Verkehr können den Verbrauch verändern; Zeitaufwand und weitere Fahrzeugkosten sind in der Beispielrechnung nicht enthalten. Liegt die günstigere Station ohnehin an der geplanten Strecke, fällt dagegen möglicherweise kein zusätzlicher Fahrweg an.

Für die eigene Entscheidung genügt eine kurze Prüfung: Wie viele Liter werden voraussichtlich getankt? Wie groß ist der Preisunterschied für genau diese Kraftstoffsorte? Wie viele Kilometer kommen durch Anfahrt und Rückweg tatsächlich hinzu? Sind beide Stationen ähnlich gut erreichbar, kann schon ein kleiner Literpreisunterschied zählen. Bei einem längeren Umweg sollte zuerst geprüft werden, ob der rechnerische Vorteil an der Zapfsäule die zusätzliche Fahrt überhaupt deckt.

Vor dem Tanken ist der nützlichste letzte Check daher der Preis der passenden Sorte an den erreichbaren Stationen – zusammen mit der Route, die ohnehin gefahren wird.

Von der Redaktion 20up Passt Immer.

Quelle: ADAC

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