Weißer Heizkörper vor einem hölzernen Fenster in einer Wohnung in Deutschland.

Heizkosten vor dem Herbst senken: Kleine Maßnahmen für Mieter

Schon vor dem ersten regelmäßigen Heizen können Mieter ihre Wohnung auf die Heizperiode vorbereiten. Besonders sinnvoll sind frei stehende Heizkörper, funktionierende Thermostatventile, kurzes intensives Lüften und eine Kontrolle der tatsächlichen Raumtemperatur. Wie stark diese Maßnahmen den Verbrauch beeinflussen, hängt jedoch vom Gebäude, vom Heizsystem und vom persönlichen Alltag ab.

Von der Redaktion 20up Passt Immer · Stand: September 2026

Ausgangslage: Erst prüfen, dann die Heizung aufdrehen

Ein warmer Raum entsteht nicht allein durch eine hohe Thermostateinstellung. Heizkörper müssen ihre Wärme möglichst ungehindert an die Raumluft abgeben können. Gleichzeitig beeinflussen Zugluft, kalte Außenwände, Luftfeuchtigkeit, Sonneneinstrahlung und die Kleidung, wie warm eine gemessene Temperatur empfunden wird.

Deshalb lohnt sich zu Beginn der Heizperiode eine einfache Bestandsaufnahme. Werden alle Heizkörper gleichmäßig warm? Lassen sich die Thermostate leicht drehen? Stehen Möbel oder lange Vorhänge vor den Heizflächen? Bleiben einzelne Räume trotz laufender Heizung auffällig kühl, sollte die Ursache geklärt werden.

Ein digitales Raumthermometer schafft dabei eine bessere Grundlage als das persönliche Wärmegefühl allein. Es sollte nicht direkt auf dem Heizkörper, in der Sonne oder am offenen Fenster stehen, sondern möglichst frei im genutzten Bereich des Raumes.

Maßnahmen nach Aufwand: Was zuerst erledigt werden sollte

In wenigen Minuten: Heizkörper freistellen

Sofas, Schränke und schwere Vorhänge können die Luftzirkulation am Heizkörper behindern. Auch eine breite Fensterbankverkleidung oder eine Abdeckung kann dazu führen, dass sich die Wärme vor allem in einer Nische sammelt.

Als praktische Orientierung sollte zwischen Heizkörper und Möbeln ausreichend Luft bleiben. Eine starre Zentimeterregel passt jedoch nicht zu jeder Bauform. Entscheidend ist, dass Luft unten einströmen und die erwärmte Luft oben ungehindert in den Raum gelangen kann.

Thermostatköpfe sollten ebenfalls frei bleiben. Werden sie von Vorhängen oder Möbeln verdeckt, messen sie möglicherweise eine andere Temperatur als im übrigen Raum und regeln die Wärmezufuhr entsprechend ungünstig.

Mit Thermometer: Raumtemperaturen passend zur Nutzung wählen

Nicht jeder Raum muss gleich warm sein. Für häufig genutzte Wohnräume können etwa 20 bis 21 Grad Celsius ein sinnvoller Ausgangspunkt sein. Im Schlafzimmer reichen manchen Menschen 17 bis 18 Grad, während das Badezimmer während der Nutzung wärmer sein darf.

Diese Werte sind keine starren Vorgaben. Kleine Kinder, ältere Menschen, gesundheitliche Bedürfnisse und die Beschaffenheit der Wohnung können andere Temperaturen erforderlich machen. Räume sollten außerdem nicht stark auskühlen, wenn dadurch kalte Oberflächen und Feuchtigkeitsprobleme begünstigt werden.

Die Zahlen auf einem Thermostat entsprechen normalerweise keiner festen Heizleistung. Bei vielen Modellen liegt Stufe 3 ungefähr im Bereich von 20 Grad, doch Ventil, Einbauort und Heizungsanlage beeinflussen das Ergebnis. Ein höherer Wert lässt den Raum meist nicht schneller warm werden; er setzt vor allem eine höhere Zieltemperatur.

Bei Gluckergeräuschen: Heizkörper vorsichtig entlüften

Ein gluckernder Heizkörper oder eine Heizfläche, die oben kalt bleibt, kann auf Luft im System hindeuten. Vor dem Entlüften sollte geprüft werden, ob die Hausverwaltung dafür Vorgaben macht. In zentral beheizten Mehrfamilienhäusern kann es sinnvoll sein, die Arbeit abzustimmen, weil anschließend der Anlagendruck kontrolliert werden muss.

Wenn das Entlüften in der Wohnung zulässig und ohne Eingriff in die zentrale Anlage möglich ist, lässt sich typischerweise so vorgehen:

  1. Heizung nach Möglichkeit ausschalten oder die Umwälzung zur Ruhe kommen lassen.
  2. Thermostatventil vollständig öffnen und kurz warten.
  3. Tuch und kleines Gefäß unter das Entlüftungsventil halten.
  4. Ventil mit dem passenden Schlüssel langsam öffnen.
  5. Sobald statt Luft gleichmäßig Wasser austritt, das Ventil vorsichtig schließen.
  6. Heizkörper und Ventil auf Feuchtigkeit prüfen.

Das Ventil darf nicht vollständig herausgedreht werden. Tritt viel Wasser aus, lässt sich das Ventil nicht schließen oder bleibt der Heizkörper anschließend kalt, ist professionelle Hilfe erforderlich.

Heizkosten vor dem Herbst senken: Kleine Maßnahmen für Mieter

Stoßlüften statt dauerhaft gekippter Fenster

Dauerhaft gekippte Fenster sorgen zwar für Luftaustausch, können während der Heizperiode aber angrenzende Bauteile auskühlen lassen. Gleichzeitig entweicht über längere Zeit erwärmte Raumluft. Zweckmäßiger ist meist kurzes, vollständiges Öffnen der Fenster.

Beim Stoßlüften werden die Fenster für wenige Minuten weit geöffnet. Noch schneller funktioniert der Luftwechsel bei Querlüftung über gegenüberliegende Fenster oder Türen. Wie lange gelüftet werden muss, hängt von Außentemperatur, Wind, Raumgröße und Feuchtigkeit ab.

Während des Lüftens kann das Thermostat heruntergedreht werden, damit der Heizkörper nicht unnötig gegen die einströmende Kaltluft arbeitet. Danach werden Fenster geschlossen und die zuvor gewählte Einstellung wiederhergestellt.

Besonders nach dem Duschen, Kochen, Wäschetrocknen oder Schlafen sollte feuchte Luft zeitnah abgeführt werden. Beschlagene Fenster, dauerhaft hohe Messwerte am Hygrometer oder feuchte Stellen an Außenwänden sind Hinweise, genauer hinzusehen.

Gefühlte und gemessene Wärme unterscheiden

Zwei Räume mit gleicher Lufttemperatur können sich unterschiedlich warm anfühlen. Kalte Wände und Fensterflächen entziehen dem Körper Strahlungswärme. Zugluft verstärkt den Eindruck von Kälte. Auch hohe Luftfeuchtigkeit, wenig Bewegung oder leichte Kleidung verändern das Empfinden.

Bevor das Thermostat höher gestellt wird, helfen drei Kontrollen:

  • Zeigt ein korrekt platziertes Thermometer tatsächlich eine niedrige Temperatur?
  • Kommt spürbare Zugluft von Fenstern, Türen oder Rollladenkästen?
  • Ist der Heizkörper frei und über seine Fläche gleichmäßig warm?

Zugluft lässt sich manchmal durch korrekt geschlossene Fenster oder eine intakte, leicht austauschbare Dichtung mindern. Bauliche Undichtigkeiten, defekte Fensterbeschläge und Veränderungen an Fenstern oder Türen sollten Mieter jedoch melden, statt eigenmächtig größere Arbeiten auszuführen.

Zuständigkeit in Mietwohnungen: Selbst erledigen oder melden?

Mieter können gewöhnlich Möbel abrücken, Vorhänge neu anordnen, Temperaturen messen, richtig lüften und Thermostate bedienen. Auch das vorsichtige Entlüften einzelner Heizkörper ist häufig möglich, sofern Mietvertrag, Hausordnung und Heizungsanlage nichts anderes vorsehen.

Die Grenze ist erreicht, sobald ein Defekt, ein Eingriff in die zentrale Heizungsanlage oder ein bauliches Problem vermutet wird. Dazu gehören undichte Ventile, festsitzende Bauteile, wiederkehrender Druckverlust, komplett kalte Heizkörper trotz korrekter Bedienung oder auffällige Feuchtigkeitsschäden.

Ein klemmender Thermostatstift wirkt auf den ersten Blick wie eine Kleinigkeit. Unsachgemäßes Lösen kann jedoch das Ventil beschädigen oder Wasser austreten lassen. Wer die Konstruktion nicht sicher kennt, sollte Hausverwaltung, Vermieter oder Fachbetrieb informieren.

Hilfreich ist eine sachliche Dokumentation: Raumtemperatur, Thermostateinstellung, Zeitpunkt, betroffene Heizkörper und gegebenenfalls Fotos. Bei anhaltend zu niedrigen Temperaturen oder möglichen Mietmängeln kann zusätzlich eine unabhängige Mieterberatung sinnvoll sein. Welche Rechte und Pflichten gelten, hängt vom konkreten Mietverhältnis und vom Einzelfall ab.

Kontrollliste für den Start der Heizperiode

  • Heizkörper sind nicht durch Möbel, Verkleidungen oder Vorhänge blockiert.
  • Thermostatköpfe liegen frei und lassen sich ohne Gewalt drehen.
  • Raumthermometer stehen fern von Heizkörpern, Fenstern und direkter Sonne.
  • Räume erhalten zur Nutzung passende, kontrollierte Temperaturen.
  • Fenster werden kurz vollständig geöffnet statt dauerhaft gekippt.
  • Feuchtigkeit nach Duschen, Kochen und Schlafen wird zeitnah hinausgelüftet.
  • Gluckernde oder ungleichmäßig warme Heizkörper werden geprüft.
  • Undichte Ventile, wiederkehrende Störungen und bauliche Mängel werden gemeldet.
  • Beobachtungen werden mit Datum, Temperatur und betroffenen Räumen notiert.

Diese Schritte liefern keine pauschal berechenbare Ersparnis. Sie helfen jedoch, vermeidbare Wärmeverluste und Bedienungsfehler zu erkennen, bevor die Heizung im Herbst regelmäßig läuft.

Quelle: Editorial research

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