Abstrakte Kunstinstallation mit hängenden, lichtdurchlässigen Paneelen im Museum Abteiberg in Mönchengladbach.

Grant Mooneys „sum“ in Mönchengladbach bis 20. September

Bis zum 20. September 2026 zeigt das Museum Abteiberg in Mönchengladbach die Ausstellung „GRANT MOONEY sum“. Die erste Museumsausstellung des US-amerikanischen Künstlers in Europa läuft seit dem 29. März in der Abteistraße 27. Sie richtet sich besonders an Menschen, die sich für zeitgenössische Skulptur, Konzeptkunst und ungewöhnliche Materialprozesse interessieren.

Das Museum nennt im bereitgestellten Ausstellungstext weder Eintrittspreise noch Buchungshinweise. Auch Angaben zur Anreise, zu regulären Besuchszeiten und zur Barrierefreiheit sind darin nicht enthalten.

Material ist in „sum“ keine passive Oberfläche

Grant Mooney betrachtet Materialität nicht als unveränderliche Eigenschaft eines Stoffes. Seine Werke zeigen Materie vielmehr als Teil eines Gefüges, in dem körperliche, materielle und gedankliche Kräfte aufeinander einwirken. Stoffe werden geformt, wirken zugleich aber selbst an der Entstehung von Form und Bedeutung mit.

Die Ausstellung greift diesen Ansatz auch in ihrer Struktur auf. Mooneys Arbeiten stehen nicht isoliert im Raum, sondern treten mit Objekten aus der Sammlung des Museums Abteiberg, historischen Positionen und Werken weiterer zeitgenössischer Künstlerinnen und Künstler in Beziehung. Nach Angaben des Museums untersucht diese generationsübergreifende Anordnung das Verhalten künstlerischer Materialien seit den 1960er-Jahren.

Zu sehen sind unter anderem Arbeiten von Laura Aguilar, Olga Balema, Joseph Beuys, Hanne Darboven, Melvin Edwards, Jannis Kounellis, Robert Morris, Ulrich Rückriem, Karin Sander und Takis. Hinzu kommt eine neue Werkgruppe von Mooney, die gemeinsam von der Chisenhale Gallery in London und dem Museum Abteiberg beauftragt und produziert wurde.

Wärme, Gewicht und Masse geraten in Bewegung

Schmelzen, Gießen, Schweißen, Löten und Schneiden gehören zu den Verfahren, die „sum“ zusammenführt. Dabei erscheinen Gewicht, Dichte und Masse nicht als starre Kategorien minimalistischer Skulptur. Biochemische Vorgänge, Wärme, atmosphärische Veränderungen, Schwerkraft und Magnetismus werden als Kräfte sichtbar, die Formen und ihre Wahrnehmung mitbestimmen.

Ein Beispiel ist Mooneys Beschäftigung mit Fett. In der Ausstellung wird es nicht allein über seine gesellschaftliche Bedeutung betrachtet, sondern auch als Stoff, der Energie speichert, Wärme erhält und an physiologischen Reparaturprozessen beteiligt ist. Diese Perspektive schafft eine Verbindung zu Joseph Beuys und dessen Arbeiten mit Fett, darunter „Unschlitt/Tallow“, das von 1982 bis 1996 im Museum Abteiberg zu sehen war.

Für Mooney, der als Silberschmied und Metallverarbeiter arbeitet, spielt das Wechselspiel von Kälte und Wärme ebenfalls eine zentrale Rolle. Transformation entsteht dabei nicht als einzelner sichtbarer Moment, sondern als fortlaufender Zustand zwischen Material, Umgebung und körperlicher Erfahrung.

Eine Harfe auf dem Museumsdach macht Luft erfahrbar

Besonders unmittelbar zeigt sich dieser Gedanke in der Installation „sphere music“. Eine von Grant Mooney entworfene Harfe befindet sich auf dem Dach des Museums und wird nicht durch Berührung, sondern durch bewegte Luft in Schwingung versetzt.

Die gemeinsam mit der Chisenhale Gallery produzierte Arbeit überträgt damit einen unsichtbaren Vorgang in eine wahrnehmbare Form. Absicht und Zufall, feste Gestalt und flüchtige Bewegung wirken zusammen. Dasselbe Prinzip prägt auch die übrige Ausstellung: Materialien geben einen Teil der Kontrolle an ihre Umgebung und die in ihr wirkenden Kräfte ab.

„sum“ wurde gemeinsam von Grant Mooney und Alke Heykes entwickelt. Gefördert wird die Ausstellung von der Kunststiftung NRW und der Hans Fries-Stiftung.

Zwei Führungen bleiben vor dem Ausstellungsende

Das Museum hat drei Führungstage angekündigt. Der erste Termin am 2. August ist bereits verstrichen; im September stehen noch zwei Führungen auf dem Programm.

Datum Beginn
Sonntag, 6. September 15:30 Uhr
Sonntag, 13. September 11:30 Uhr

Veranstaltungsort ist das Museum Abteiberg, Abteistraße 27, 41061 Mönchengladbach. Die letzte genannte Führung findet eine Woche vor dem Ausstellungsende am 20. September statt.

Quelle: Museum Abteiberg Mönchengladbach – Ausstellungen

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