Mehr als 1.500 Jahre lang lagen die Spuren unter der Erde: Die Sonderausstellung „Als die Römer abgezogen – Siedeln und Bestatten in Delbrück-Bentfeld vor über 1500 Jahren“ zeigt vom 18. Juni bis einschließlich 30. August 2026 erste Ergebnisse einer außergewöhnlichen Ausgrabung. Zu sehen ist sie im Kreismuseum Wewelsburg, der Eintritt ist frei. Das barrierefrei ausgewiesene Angebot richtet sich besonders an Menschen, die sich für Archäologie, regionale Geschichte und die Völkerwanderungszeit interessieren.
Nach Angaben des Veranstaltungskalenders der Stadt Paderborn entstand die Ausstellung in Zusammenarbeit mit der LWL-Archäologie für Westfalen. Im Mittelpunkt steht ein Siedlungs- und Bestattungsplatz, den ein Grabungsteam 2024 und 2025 im Baugebiet an der Schafbreite in Delbrück-Bentfeld untersuchte.
Vom Wohnplatz zum außergewöhnlichen Fundort
Der Fundplatz dokumentiert menschliches Leben entlang der Lippe vom 2. oder 3. bis zum 5. Jahrhundert nach Christus. Bereits während der Römischen Kaiserzeit standen dort verschiedene Gebäude. Dass ihre Spuren erhalten blieben, hängt mit einer besonderen Bodenschicht zusammen: Seit dem Mittelalter wurde nach und nach sogenannter Plaggenesch aufgetragen. Dadurch blieb die mehr als 1.500 Jahre alte Geländeoberfläche darunter erhalten.
Diese Erhaltung ermöglicht es, mehrere Phasen der Nutzung miteinander zu verbinden. Die Ausstellung behandelt deshalb nicht nur einzelne Fundstücke, sondern zeigt, wie sich der Platz über Jahrhunderte veränderte. Dabei präsentiert sie ausdrücklich erste Ergebnisse der Untersuchungen und keinen abschließenden Grabungsbericht.
Ein Holzbrunnen belegt die spätere Besiedlung
Besonders auffällig ist ein Holzbrunnen aus dem 5. Jahrhundert. Sein Erhalt im örtlichen Sandboden war nach Darstellung der Veranstalter völlig unerwartet. Der Fund belegt, dass der Platz auch während der Völkerwanderungszeit noch besiedelt war – lange nach der Errichtung der älteren Gebäude aus dem 2. oder 3. Jahrhundert.
Der Brunnen hilft damit, die zeitliche Lücke zwischen den früheren Siedlungsspuren und der späteren Nutzung des Geländes zu schließen. Für Besucherinnen und Besucher wird nachvollziehbar, wie archäologische Befunde nicht nur einzelne Gegenstände, sondern eine länger andauernde Besiedlung sichtbar machen können.

Wie der Siedlungsplatz zum Bestattungsort wurde
Im Verlauf des 5. Jahrhunderts änderte sich die Nutzung des Geländes. Nachdem der Brunnen aufgegeben worden war, legten Menschen darüber einen Verbrennungsplatz an. Darauf weist eine Schicht mit Holzkohle, Leichenbrand und Überresten von Beigaben hin. Die Veranstaltungsankündigung bezeichnet diesen Befund als bislang einmalig in der Region.
Zusätzlich entdeckte das Grabungsteam ein zeitgleiches Brandgrubengrab mit zahlreichen Beigaben. Zusammengenommen zeigen die Befunde, wie aus einem früheren Wohnplatz später ein Bestattungsplatz wurde. Gerade diese Abfolge macht den Fundort für die Besiedlungsgeschichte entlang der Lippe bedeutsam.
Praktische Hinweise für den Besuch
Die Sonderausstellung befindet sich im Sonderausstellungsraum des Kreismuseums Wewelsburg. Der Zugang erfolgt durch die Erinnerungs- und Gedenkstätte. Der Eintritt ist frei, das Angebot ist als barrierefrei ausgewiesen.
Eine konkrete Besuchszeit, eine erforderliche Anmeldung oder Hinweise zur Anreise nennt die Ankündigung nicht. Wer den Besuch plant, sollte deshalb vorab die aktuellen Angaben im Veranstaltungskalender der Stadt Paderborn prüfen. Bestätigt ist die Laufzeit bis einschließlich 30. August 2026.
Quelle: Stadt Paderborn Veranstaltungskalender
Kontext und Aktionen Über diesen Artikel
Quellenprüfung Quellennachweis
Die Vorschau beruht auf den veröffentlichten Veranstaltungs- und Ausstellungsinformationen der Stadt Paderborn.
- Ausstellungszeitraum vom 18. Juni bis 30. August 2026 übernommen
- Kreismuseum Wewelsburg als Veranstaltungsort abgeglichen
- Freier Eintritt und barrierefreier Zugang berücksichtigt
- Archäologische Angaben auf die veröffentlichte Fundbeschreibung begrenzt
- Quelle
- Stadt Paderborn Veranstaltungskalender
- Umfang
- Paderborn
- Aktualisiert
- 2026-08-30 09:39
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